Alle Fotografien: © Estate Yvonne v. Schweinitz, Berlin

Gesichter Afghanistans – Erfahrung einer alten Welt

Yvonne v. Schweinitz · Fotografien von 1953


Kühlungsborn – Ausstellung 13. Oktober bis 2. Dezember 2018

Die Kunsthalle Kühlungsborn präsentiert die Fotoausstellung
Yvonne v. Schweinitz. Gesichter Afghanistans.
Erfahrung einer alten Welt. Fotografien von 1953.

Eröffnung am Samstag, den 13. Oktober 2018 um 15 Uhr.
Begrüßung: Franz Kröger, Leiter der Kunsthalle Kühlungsborn
Einführung: Prof. Claus Friede, Kurator
Musikalische Begleitung:
Heider-Kamal Joya (Sitar) und Jamshed Nuri (Tabla)

Es erscheint ein Leporello mit folgendem Text:

„Afghanistan ist in den letzten drei Jahrzehnten vor allem durch Negativ-Schlagzeilen im öffentlichen Bewusstsein. Bürgerkriege und die Schreckensherrschaft der Taliban zerstörten das Land. Inzwischen ist die Terrororganisation IS etwas aus dem Blick der Weltöffentlichkeit gerückt, die Taliban verüben vermehrt Anschläge, während das Land sich zu restrukturieren versucht. Bereits seit 2002 sind deutsche Soldaten in Afghanistan. Die „International Security Assistance Force“ (ISAF) hat ihren Beitrag zur Sicherheit im Land am Hindukusch bis Dezember 2014 geleistet. Ihr folgte ab 1. Januar 2015 die Beratungsmission „Resolute Support“. Die afghanischen Sicherheitskräfte haben heute eine Stärke von etwa 350.000 Soldaten. Seit Januar 2015 tragen sie selbstständig die Verantwortung für die Sicherheit im Land. Allerdings benötigen sie nach wie vor internationale Unterstützung. Was die Zukunft allerdings bringen wird, ist selbst für Experten schwer einschätzbar.

An diesem wichtigen Wendepunkt in der afghanischen – und weltpolitischen – Geschichte lenkt die Kunsthalle Kühlungsborn den Blick auf ein anderes, fast vergessenes Afghanistan.

Die Ausstellung „Gesichter Afghanistans“ rekapituliert die Geschichte und die Schätze des Landes, auf die es nun aufzubauen gilt. Denn schon einmal – in den 1960er und 70er Jahren – hat Afghanistan versucht, eine Brücke in die Moderne zu finden. Yvonne v. Schweinitz (1921-2015) brachte 1953 von ihrer Reise durch Afghanistan einzigartige Fotos mit, eine Auswahl von den weit über 100 Exponaten ist jetzt in der Kunsthalle zu sehen.

In Zürich, mit einem „Hillman Station Car“ gestartet, führte die journalistische Reise – die sie gemeinsam mit dem Dokumentarfilmer Hans v. Meiss-Teuffen (1911-1984) unternahm – sieben Monate durch Kleinasien, den Irak, Iran nach Afghanistan bis Pakistan. Während ihres dreimonatigen Aufenthalts im Vielvölkerstaat Afghanistan besucht sie u.a. die Orte Herat, Farah, Kandahar, die Hauptstadt Kabul, Ghazni, das Bamiyan-Tal mit den berühmten Buddha-Statuen und überquert auf unbefestigten Wegen den Khyber-Pass nach Peshawar/Pakistan und in das damals noch autonome Swat-Tal.

Die Fotografien gelten nicht nur ethnologisch als Raritäten, sondern zeigen selten wahrgenommene und vielschichtige Seiten des Landes. Ausgerüstet mit einer Leica und einer Rolleiflex dokumentierte Yvonne v. Schweinitz auf eindrucksvolle Weise das Leben, die Menschen, die Kulturen, Clans und Stämme in Afghanistan zu einer Zeit, als es in dem Land friedlich war.

Yvonne v. Schweinitz, geborene Gräfin v. Kanitz, entstammt einer alten ostpreußischen Familie. Sie starb im Jahr 2015 in Essen. Ihr fotografischer Nachlass ist seither in Berlin im Estate Yvonne v. Schweinitz zusammengefasst.“

Eine Ausstellung von Claus Friede*Contemporary Arts und Marcard Pro Arte & VV GmbH, Hamburg