„ohne Titel (Feuerbild)”
Öl auf Leinwand, 132 x 118 cm
Beim Ankauf beratend tätig.

Franz Grabmayr (1927 – 2015)


Franz Grabmayr wuchs als jüngstes von drei Geschwistern auf dem Pfaffenberg bei Obervellach in Kärnten auf. Seine naturverbundene Kindheit auf dem Bergbauernhof erwies sich später als prägend für sein Leben als Maler.

Grabmayr, eigentlich Hauptschullehrer, stellte 1952 in der Ausstellung „Junge Kärntner Begabungen” im Künstlerhaus Klagenfurt erstmals aus. Von dem Erfolg angespornt, absolvierte er ab 1954 ein Studium als Werkstudent an der Akademie der bildenden Künste. 1962 beendete er seine Lehrtätigkeit, um sich ganz der Malerei zu widmen. &xnbsp;Er bezog noch im selben Jahr ein einfaches Malerquartier im niederösterreichischen Waldviertel, das für den Rest seines Lebens seine Wahlheimat wurde. In völliger Abgeschiedenheit entstanden hier die ersten Landschaftsbilder mitten in der Natur.

Inspiriert von einer Pantomime, die ihn für den bewegten Körper begeisterte, begann er Ende der 1960er-Jahre seine ersten „Tanzbilder” zu malen: Im Winter in seinem Atelier oder in der Wiener Staatsoper während der Proben und Aufführungen des Balletts, im Sommer im Waldviertel. In der Natur entdeckte Grabmayr weitere Motive, die er in seine Landschaftsmalerei integrierte, z.B. Wurzelstöcke von Bäumen.

In den 1980er-Jahren entwickelte Franz Grabmayr seine „Fahrende Werkstatt”: Er ließ sich mit einem Traktor um seine Motive herumfahren, stand dabei auf dem Anhänger mit seiner Staffelei und den Farbkübeln und packte bis zu 100 kg Farbe mit der Spachtel auf die Leinwand. Hinzu kamen nächtliche Feuerbilder, Bilder mit verkohlten Wurzelstöcken sowie Sand- und Aschebilder. Franz Grabmayr entwickelte seine wilde Tanz- und Landschaftsmalerei unbeirrt und kontinuierlich weiter, ließ sich mit seiner „Fahrenden Werkstatt” um große, lodernde Feuerstätten fahren, vor denen oft Aktmodelle frei und nackt tanzten.

Franz Grabmayr wird auch oft als zeitgenössischer Maler der Vier Elemente bezeichnet. Denn ab den 1980er Jahren kamen durch seine „Fahrende Werkstatt”&xnbsp;nicht nur Dynamik und Mehransichtigkeit aus der Tanzmalerei ins Spiel, es mischten sich zu Erde, Himmel und Wasser auch lodernde Feuer in seine Motivwelt. Als Höhepunkt dieses Werk-Abschnittes fanden Feuer und Tanz in nächtlichen Sessions und auf seinen Bildern schließlich zu einer Einheit.